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Kraftwerke und Umwelt

Wasserkraft und Umwelt

Mit den bestehenden und den geplanten Kraftwerken ist die TIWAG in der Lage, in Tirol den Anteil an erneuerbarer, klimafreundlicher und CO2-freier Energie deutlich zu vergrößern. Damit steht die TIWAG im Einklang mit der Klimastrategie der EU und dem Weltklimabericht der UNO. Die Initiativen der TIWAG für die sparsame und effiziente Verwendung der wertvollen Energieform Strom unterstützen zusätzlich das Ziel Tirols im Rahmen der Energiestrategie 2020 zu einer europäischen Energie- und Ökoregion von Format zu werden.

Zukunftssichere Tradition

Die Nutzung der Wasserkraft erfolgt weiterhin maßvoll, angemessen und umweltschonend. Die neuen Projekte werden in einem umfassenden Verfahren auf die Umweltverträglichkeit überprüft. Mit den vier Projekten zum Ausbau der Wasserkraft in Tirol können 1.100 GWh Strom aus natürlichem Wasserzufluss zusätzlich erzeugt werden. Im Vergleich zur Erzeugung aus kalorischen Kraftwerken kann ein CO2-Ausstoß von 900.000 Tonnen jährlich ersetzt werden. Das sind 15 Prozent der Tiroler CO2-Emissionen. Die Nutzung der Wasserkraft bringt also einen großen Gesamtnutzen für alle Tirolerinnen und Tiroler.

Stromerzeugung aus Wasserkraft ist in hohem Maße nachhaltig - bilden Sie sich selbst ein Urteil:

  • Nahezu emissionsfrei
  • Nutzt erneuerbare Energiequellen und schont die Ressourcen
  • Hohe Effizienz und Verfügbarkeit
  • Lange Lebensdauer der Anlagen
  • Mehrfachnutzen - zB Hochwasserschutz

Hochwasserschutz

Speicherseen halten große Mengen an Hochwasser zurück

Wir alle können uns an die großen Hochwasserkatastrophen der letzten Jahrzehnte zurück erinnern. Noch größere Schäden konnten nicht zuletzt durch das Hochwassermanagement der Speicherkraftwerke verhindert werden. Rechtzeitige Absenkung der Wasserspiegel und die Aufnahme großer Hochwassermengen in den Speicherseen haben schon viele Hochwasserkatastrophen abgewendet oder ihre Auswirkungen gemildert.

So fehlten beim Hochwasser im August 2005 nur mehr wenige Zentimeter, bis einige Innsbrucker Stadtteile überflutet gewesen wären. Die Speicherseen der TIWAG im Kühtai und im Kaunertal haben große Wassermengen zurückgehalten und damit Innsbruck vor einer größeren Überschwemmung bewahrt.

Speicherkraftwerke können selbst starke Hochwässer bzw. deren Folgen deutlich abschwächen. Die TIWAG füllt ihre Speicherseen nur insoweit, dass jedenfalls noch eine zusätzliche Wasserrückhaltekapazität gesichert ist.

Klimaschutz und Emissionen

Natürlich und erneuerbar

Im Vergleich zu anderen Stromerzeugungsformen zeichnet sich die Wasserkraft durch höchste Nachhaltigkeit und besten Wirkungsgrad aus.  Die Wasserkraft verbraucht keine begrenzt vorhandenen fossilen Ressourcen und produziert Strom nahezu schadstofffrei. Durch die Einbindung in den natürlichen Wasserkreislauf arbeiten Wasserkraftwerke CO2-frei und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Emissionsvermeidung.

Für die Erzeugung von 220 GWh elektrischer Energie - das ist jene Menge, die das "Speicherkraftwerk Kühtai" als erstes der vier in Planung befindlichen Wasserkraftwerke pro Jahr erzeugen soll - können abhängig von der eingesetzten Kraftwerkstechnologie folgende Emissionen eingespart werden:

KraftwerkstechnologieRessourcenverbrauch
[p.a.]
NOX Emissionen
[Tonnen p.a.]
SO2 Emissionen
[Tonnen p.a.]
CO2 Emissionen
[Tonnen p.a.]
Braunkohle220.000 Tonnen185195240.000
Steinkohle70.000 Tonnen160165210.000
Öl45.000 Tonnen155195165.000
Erdgas (GuD)45 Mio m31105290.000
Biomasse-Heizkraftw.370.000 Tonnen Holz70~0~0
Wasserkraft~0~0~0~0

Richtwert: je nach Anlagenkonfiguration sind Abweichungen möglich
Quelle: TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG

Wasserkraft im Vergleich

Der Strom aus Speicherkraftwerken ist jederzeit und kurzfristig verfügbar. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie. Wasserkraft ist durch schnelle Lastanpassungen bestens für Aufgaben der Netzregelung geeignet.

Insbesondere Pumpspeicherkraftwerke ermöglichen es, kurzfristige Verbrauchsschwankungen auszugleichen. Dies ist wichtig, um thermische Kraftwerke effizienter einsetzen zu können und so Emissionen zu reduzieren. Auch kann dadurch die unregelmäßige Erzeugung aus Photovoltaik und Windkraft ausgeglichen werden.

In einem Vergleich mit anderen Formen der Stromerzeugung ragt die Wasserkraft mit dem höchsten "Erntefaktor" heraus. Als "Erntefaktor" bezeichnet man dabei das Verhältnis der aus Bestandsdauer gewonnenen Energie zum Energieeinsatz für Bau, Betrieb und Entsorgung einer Kraftwerksanlage.

Wasserkraft und Ökologie

Ein umfassender Vergleich der Auswirkungen der Wasserkraftnutzung ist komplex und sehr anspruchsvoll. Beispielsweise gilt es, lokale Auswirkungen auf Fauna und Flora gegenüber globalen klimawirksamen Emissionen oder Risiko- und Ressourcenaspekten zu gewichten.

Stromerzeugung zum ökologischen Nulltarif gibt es nicht. Auch durch die Wasserkraftnutzung müssen Eingriffe in die Natur vorgenommen werden. Die ökologische Spitzenposition der Wasserkraft im Vergleich zu anderen Optionen der Stromerzeugung (zB kalorische Kraftwerke, Kernenergie) steht jedoch außer Frage. Bewertet man auch die positiven Auswirkungen, wie zB den Hochwasserschutz, so reduziert sich die vergleichsweise geringe Gesamtbelastung zusätzlich.

Bereits 1990 wurde im österreichischen Wasserrechtsgesetz festgeschrieben, dass bei Eingriffen in die Gewässer auch die ökologischen Anforderungen zu berücksichtigen sind. Diese Vorgaben sind nun mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie für ganz Europa verankert und durch Zielvorgaben ergänzt. Es gilt, dass bis 2015 in allen Gewässern ein "guter ökologischer Zustand" herzustellen ist. Bei Wasserkraftanlagen sind insbesondere die Restwasserfrage, die Durchgängigkeit (Fischaufstieg) sowie die Schwallbegrenzung entsprechend zu berücksichtigen.

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