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Aktuelles

23.10.2020 / Innkraftwerk Kirchbichl mit allen Maschinen am Netz

Nach rund dreijähriger Bauzeit für die Modernisierung und Erweiterung des ältesten großen Laufkraftwerks der TIWAG wurde am Freitag im Beisein von Landeshauptmann und TIWAG-Eigentümervertreter Günther Platter die zuletzt errichtete, neue Turbine gestartet: „Mit der erneuerten Anlage kann wieder für die nächsten 90 Jahre sauberer Strom aus heimischer Wasserkraft für die Menschen und Betriebe in der Regi-on erzeugt werden. Insofern ist das 1941 fertiggestellte Kraftwerk ein regionales Referenz-modell für eine nachhaltige und sichere Stromversorgung.“

TIWAG investierte 110 Mio. Euro

„Wir haben insgesamt 110 Mio. Euro investiert, um die Effizienz sowie den ökologischen Fußabdruck durch zusätzliche ökologische Begleitmaßnahmen zu verbessern“, ergänzt TIWAG-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser. Durch Errichtung eines zweiten Kraft-hauses inklusive einer weiteren Turbine sowie eines Dotierkraftwerks zur Nutzung der Restwasserabgabe können in Kirchbichl künftig bis zu 165 Gigawattstunden (GWh) Strom erzeugt werden. Das entspricht einer Steigerung von 25 Prozent sowie der Versorgung von 48.000 Haushalten in der Region.

„Besonders stolz bin ich, dass wir dieses Großprojekt trotz großer Herausforderungen durch Corona und Co. unter Einhaltung des Zeit- und Kostenrahmens fertigstellen konnten. Die TIWAG leistet damit einen weiteren, bedeutenden Beitrag zur energiewirtschaftlichen Autonomie des Landes“, zieht auch der zuständige Bauvorstand Johann Herdina eine positive Bilanz. Ein wesentlicher Aspekt war auch die Verbesserung des Hochwasserschutzes. Neben dem Krafthaus ist im Zuge der Erweiterung ein Entlastungsbauwerk errichtet worden. Die Wehranlage wurde damit um ein fünftes Wehrfeld erweitert, das im Bedarfsfall rasch eingesetzt werden kann.

Ökologische Sanierung der Innschleife

Zugleich wurde im Rahmen des Projekts die Fischdurchgängigkeit mithilfe einer neu errichteten Fischwanderhilfe hergestellt. Diese ermöglicht das Auf- und Abwandern von Fischen und anderen im Wasser lebenden Organismen an der Wehranlage mit dem Ziel, die Vernetzung der Lebensräume zu gewährleisten.

In den 75 Jahren des Kraftwerksbetriebes ist in der Innschleife bei Kirchbichl ein sehr wertvolles Biotop mit Schotterbänken und Stillwasserzonen entstanden. Durch die bestehende Ausleitung hat die Innschleife heute die Charakteristik eines Seitengewässers und ist somit eines der letzten Habitate dieser Art in Tirol mit einer hohen biologischen Vielfalt.

15.10.2020 / Kühtai-Ausbau: Zuschlag für Hauptbaulos erfolgt

Nach der behördlichen Genehmigung des Ausbauprojekts im Kühtai geht es jetzt Schlag auf Schlag: Die Ausschreibung für das Hauptbaulos ist abgeschlossen, der Zuschlag erging an das heimische Konsortium Swietelsky-Jäger-Bodner. Das Auftragsvolumen beträgt 425 Mio. Euro. Die TIWAG wird fast eine Milliarde Euro in die Erweiterung und Optimierung der bestehenden Anlage investieren.

Arbeitsplätze und Wertschöpfung

„Gerade in Zeiten wie diesen ist das derzeit größte und wichtigste Ausbauprojekt der TIWAG ein wichtiger Konjunkturmotor für die heimische Bauwirtschaft. Bereits im kommenden Frühjahr wird mit den Hauptarbeiten im Kühtai begonnen. Im Zuge der fünfjährigen Bauzeit werden rund 500 Mitarbeitende eine Beschäftigung finden. Es ist außerdem sehr zu begrüßen, dass die TIWAG in den kommenden fünf Jahren Investitionen im Ausmaß von insgesamt 1,2 Milliarden Euro plant, was ein wichtiges Signal für den Standort Tirol darstellt“, freut sich Landeshauptmann und TIWAG-Eigentümervertreter Günther Platter.

Aktuell laufen die Vorbereitungsarbeiten zur Einrichtung der Großbaustelle im Längental. „Im Vorfeld haben wir sämtliche Amphibien aus dem betroffenen Bereich in neu geschaffene Biotope umgesiedelt. Wertvolle Oberböden wurden abgetragen und für die spätere Rekultivierung gelagert“, informiert der zuständige Bauvorstand Johann Herdina. Im April 2021 sollen im Kühtai dann die schweren Geräte auffahren. Der Abschluss der Bauarbeiten ist bis Ende 2026 geplant.

Übersicht der Hauptbaumaßnahmen

Im Wesentlichen umfasst das Projekt die Errichtung des neuen Speichers Kühtai im hinteren Längental, den Bau eines unterirdischen Pumpspeicherkraftwerks „Kraftwerk Kühtai 2“ sowie die Beileitung mehrerer Bäche aus dem Stubaital und Ötztal:

• Speicher Kühtai: 6,7 Mio. m³ Schüttvolumen Staudamm, Kronenlänge 510 m, Dammhöhe 113 m, 2 km Stollen im zyklischen Vortrieb z.T. mit 80 % Gefälle
• Krafthaus Kühtai 2: 80.000 m³ Kavernenausbruch, 4 km Stollen im zyklischen Vortrieb, gesamte Betonarbeiten für den Ausbau in der Krafthauskaverne
• Beileitung: 25 km Stollen im kontinuierlichen Vortrieb, 2 km Stollen im zyklischen Vortrieb, Errichtung der Wasserfassungen Winnebach und Fernaubach

Die Speicherkapazität der bestehenden Anlage kann durch die Erweiterung um rund 50 Prozent gesteigert werden. Mit dem zusätzlichen Wasser können 216 Mio. kWh pro Jahr mehr Strom erzeugt werden. „Damit wird die Energieunabhängigkeit und die Versorgungssicherheit Tirols unmittelbar gestärkt. Nur mit solchen Speicheranlagen kann die Energiewende in Tirol, in Österreich und auch in Europa erfolgreich umgesetzt werden.“, steht für TIWAG-Vorstandsvorsitzenden Erich Entstrasser fest.

Mehr Informationen: www.erneuerbareplus.at

02.10.2020 / Baustart für Renaturierung des Brunauer Wehrs

Als eine von zahlreichen ökologischen Begleitmaßnahmen im Rahmen des Kraftwerks-ausbauprojekts im Kühtai ist diese Woche der Baustart beim Brunauer Wehr an der Gemeindegrenze zwischen Haiming und Sautens erfolgt. Die TIWAG nimmt rund drei Millionen Euro für die Herstellung der Durchgängigkeit der Ötztaler Ache für Fische und andere Wasserlebewesen in die Hand.

„Diese Maßnahme wird künftig die Fischpassierbarkeit ermöglichen und damit einen rund neun Kilometer langen Flussabschnitt der Ötztaler Ache als gewässerökologischen Lebensraum erschließen. Diese Gewässerstrecke ist damit wieder mit dem Flusssystem des Inn verbunden“, betont TIWAG-Vorstandsdirektor Johann Herdina: „Von der Neugestaltung werden aber nicht nur die Lebewesen im bzw. am Fluss profitieren, sondern auch Wassersportler, da potenzielle Gefahrenstellen beim Wehr beseitigt werden.“

Das bestehende Wehr wurde in den 1950er-Jahren errichtet und ermöglicht seitdem die Wasserentnahme aus der Ötztaler Ache zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen, unter anderem für den Obstbau in Haiming. Für Fische allerdings stellte der zwei Meter hohe Absturz bisher ein unüberwindbares Hindernis dar und auch für Wassersportler gab es gefährliche Rückströmungen, weshalb dieser Flussabschnitt nicht befahren werden durfte.

„Die Beseitigung dieser künstlichen Gefahrenstelle bedeutet eine enorme Aufwertung für den stark boomenden Rafting- und Kajaksport im Ötztal“, begrüßt auch Marcel Pachler als Obmann des Tiroler Raftingverbands diese Maßnahme. Die Bürgermeister Manfred Köll (Sautens) und Josef Leitner (Haiming) loben die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der TIWAG. Die Bewässerung der Obstanbauflächen bleibt damit gesichert.

Die Arbeiten werden jetzt in der Niederwasserperiode durchgeführt und sollen bis April 2021 abgeschlossen sein. Dabei wird flussabwärts die Gewässersohle angehoben und auf rund 300 Metern Länge eine Rampe mit einem Gefälle von zwei Prozent hergestellt. Die Uferböschungen werden mit großen Wasserbausteinen so gesichert, dass ein möglichst natürliches Erscheinungsbild entsteht.

Baustelle Versuchsbecken (Quelle: Firma GEO-Alpinbau GmbH)Baustelle Versuchsbecken (Quelle: Firma GEO-Alpinbau GmbH)

TIWAG errichtet Schwallausgleichsbecken beim KW Silz

Das Ausgleichsbecken dient zur Senkung der Wasserschwallbelastung im Inn, die durch den Abfluss aus dem Kraftwerk Silz entsteht. Durch Einleitung des Kraftwerkabflusses in das Ausgleichsbecken wird dieser Schwall reduziert, bevor das Wasser in den Inn weitergeleitet wird.
Das Ausgleichsbecken wird zwischen August 2019 und April 2022 errichtet, eine Beckenfläche von 100.000 Quadratmeter sowie ein Volumen von 300.000 Kubikmeter aufweisen.

Beginnend im September 2018 wurden zwei Versuchsbecken gebaut, mit welchen die Arbeitsweise des eigentlichen Ausgleichsbeckens umfangreich getestet wird. Die Ausmaße der Becken betragen jeweils 30 mal 40 Meter. In den Becken wurden zur Abdichtung geosynthetische Tondichtungsbahnen (Bentonitmatten) verlegt. Darunter wurden verschiedene Sensoren und Messeinrichtungen (Porenwasserdruckgeber) installiert, unter anderem zur Messung des Grundwasserdrucks. Die Versuchsbecken wurden zwischenzeitlich fertiggestellt, derzeit wird die Baustraße errichtet.

Die Presseaussendung finden Sie hier.

Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

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