X
Schnellnavigation und Seitenhilfe
Weitere Funktionen

Geschiebesperre Schwarzach

Die Geschiebesperre Schwarzach ist für Lebewesen wieder passierbar

Die TIWAG-Tiroler Wasserkraft betreibt seit 2007 die Wasserkraftanlage Schwarzach zwischen Hopfgarten in Defereggen und Huben in Osttirol. Am untersten Ende der Ausleitungsstrecke der Kraftwerksanlage befindet sich ein Sperrenbauwerk, das aufgrund des Hochwasserereignisses im Jahr 1962 von der Wildbach- und Lawinenverbauung errichtet wurde. Aufgrund wiederkehrender Erosionen der Bachsohle hatten sich im Bereich der Durchlässe markante Veränderungen ergeben, sodass Fische und andere Lebewesen dieses Bauwerk nicht mehr überwinden konnten.

Im Zusammenhang mit der Errichtung des Kraftwerks Schwarzach wurden bereits Maßnahmen getroffen, indem unterwasserseitig der seitlichen Durchlassöffnungen künstliche Aufstaubecken mit Wasserbausteinen errichtet wurden. Diese Maßnahmen haben sich jedoch als nicht effektiv erwiesen. Die Ursachen der fehlenden Funktionsfähigkeit waren: geringe Wassertiefen und hohe Strömungsgeschwindigkeiten in den Durchlässen, zum Teil Absturzhöhen über 20 cm in den Übergängen der Becken zum Flussbett.

Um die Durchgängigkeit nachhaltig herzustellen, wurde in Zusammenhang mit der Projektierung des Vorhabens „KW Schwarzach – Erweiterung 2. Maschinensatz“ flussabwärts der Geschiebesperre eine raue Rampe über den gesamten Gewässerquerschnitt geplant. Aufgrund der Tatsache, dass die Schwarzach ein dynamisches alpines Gewässer mit starker Veränderung der Sohllage ist, wurde in Abwägung der technischen Machbarkeit und der gewässerökologischen Vorgaben die Anhebung des Flussbettes über die gesamte Breite favorisiert.

Im Jänner und Februar 2014 wurden umfangreiche Bauarbeiten im Flussbett unterhalb der Sperre durchgeführt. Ein Nebengerinne mit einer Insel wurde dabei im Urzustand belassen. Auf einer Länge von 100 m wurden die bestehenden Sohlschwellen entfernt und stattdessen ein offenes Deckwerk aus Wasserbausteinen mit Steingrößen über 1 m Durchmesser und 2-3 t Gewicht errichtet. Die Anzahl der Wasserbausteine verringerte sich abwärts der Geschiebesperre von 100 % auf 35 %. Damit wurde ein höhenmäßiger Anschluss der Bachsohle an die Durchlassöffnungen im Sperrenbauwerk erreicht.

Mit diesem Projekt konnte die Wiederherstellung der Organismenpassierbarkeit nachhaltig sichergestellt werden. Oberhalb der Geschiebesperre wurde somit eine ca. 500 m lange Flussstrecke angebunden. Damit ist nun für alle Fischarten in allen Entwicklungsstadien ein Ortswechsel von der Isel-Einmündung bis zum Beginn der Schluchtstrecke möglich. Die Monitoringdaten belegen die Funktionalität des Bauwerkes, so wurden unterhalb der Sperre markierte Fische bei einer späteren Kontrollbefischung oberhalb der Sperre nachgewiesen, darunter auch einige Äschen.

Vor den Bauarbeiten

Nach den Bauarbeiten

Zustand im August 2014

scroll up