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Tiwag-News

Symbolträchtiger Stromzusammenschluss am Brenner

V.li.: Erich Entstrasser (TIWAG), LH Maurizio Fugatti, LH Günther Platter, LH Arno Kompatscher und Adel Motawi (TERNA). © Land Tirol/G. Berger

Mit der Wiederherstellung der Leitungsverbindung zwischen den Netzbereichen Nord- und Südtirol im Umspannwerk Edyna am Brenner im Beisein der drei Landeshauptleute LH Günther Platter (Tirol), LH Arno Kompatscher (Südtirol) sowie LH Maurizo Fugatti (Trentino) wurde heute, Dienstag, ein weiterer Meilenstein der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gesetzt. Erstmals seit 60 Jahren sind die Stromnetze zwischen Nord- und Südtirol damit wieder verbunden. Neben diesem historischen Aspekt wird durch den Stromzusammenschluss auch die Versorgungssicherheit für das Wipp- und Stubaital erhöht und zudem ein wichtiger Beitrag für die Energiewende und die Zukunftsstrategie „Tirol 2050 energieautonom“ geleistet.

„Am Brenner ist heute im wahrsten Sinne des Wortes der Funke übergesprungen. Nachdem bereits im Jahr 2019 der Zusammenschluss der Glasfasernetze erfolgte, sind nun erstmals seit 60 Jahren die Stromnetze über die Grenze von Nord- und Südtirol verbunden. Der Zusammenschluss unserer Stromnetze ist ein markanter Meilenstein in unserer gemeinsamen Geschichte und bringt für die Zukunft einen klaren Mehrfachnutzen mit sich: Einerseits stabilisieren wir damit die Energieversorgung und schützen unsere Bürgerinnen und Bürger noch besser vor großflächigen Stromausfällen. Andererseits gilt es, den Energiebedarf aus ökologisch verträglichen Ressourcen langfristig zu decken – dahingehend spielt der Stromzusammenschluss eine wesentliche Rolle. Die nachhaltige Entwicklung unserer alpinen Energiepolitik und die Absicherung und Stärkung des Stromverbundes im europäischen Kontext sind ausschlaggebende Themen für die Zukunft unserer Länder. Daher freut es mich heute ganz besonders, diesen historischen Moment mit meinen beiden Kollegen aus Südtirol und Trentino begehen zu können“ so der derzeitige Euregio-Präsident LH Platter.

„Die Überwindung der Grenzen in Europa findet in vielen Bereichen längst statt, vor allem auch dank der Technologie. Dies wird auch durch den heutigen Stromzusammenschluss deutlich. Durch diesen Zusammenschluss zwischen Norden und Süden wird die Stromsicherheit in Europa verbessert. Zugleich leisten wir für unsere Umwelt einen wichtigen Beitrag. Der Brenner muss für das Überwinden von Grenzen stehen. Auch am Beispiel des grenzenlosen Mobilitätsprojekts Brennerbasistunnel wird deutlich, dass wir gemeinsam besser vorankommen. Während der Pandemie sind die Grenzen für uns alle leider wieder spürbar geworden. Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat gerade im Jahr der Pandemie erlebt, wie wichtig der Zusammenhalt ist, um Grenze zu überwinden. Die Europaregion will sich nun auch weiterhin einsetzen, damit die Bewegungsfreiheit innerhalb der Europaregion wieder einheitlich ermöglicht wird“, erklärt LH Kompatscher.

„Der heutige Tag ist ein weiterer Beweis dafür, dass die drei Gebiete der Euregio zunehmend miteinander vernetzt werden wollen und dies vor allem auch mit konkreten Fakten belegen", unterstreicht auch LH Fugatti anlässlich des Treffens zur Verbindung der Stromübertragungsnetze am Brenner.

Technische Voraussetzungen geschaffen

Für den Zusammenschluss waren der Neubau und die Erweiterung von Umspannwerken und Hochspannungsleitungen im Wipptal in Nord- und Südtirol erforderlich. Zudem wurde im neu gebauten Umspannwerk Edyna am Brenner ein Spezialtransformator installiert, um eine Vereinbarkeit der unterschiedlichen Betriebsspannungen in Nord- und Südtirol herzustellen. „Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Umspannwerks durch den italienischen Netzbetreiber TERNA kann der Strom künftig wieder grenzüberschreitend fließen und es wird die Sicherheit der Stromversorgung weiter erhöht“, informiert Erich Entstrasser, Vorstandsvorsitzender der TIWAG-Gruppe und zugleich TINETZ-Aufsichtsratschef, der weiter ausführt: „Das Wipptal ist bisher über eine einseitige Stromleitung versorgt. Zukünftig wird im Falle von Störungen, beispielsweise bei Großwetterereignissen, jeweils von der anderen Seite eine zweite Anbindung des Wipptals zur Verfügung stehen.“

In einem ersten Schritt wird die neue Stromverbindung vorwiegend für gegenseitige Aushilfen genutzt. Ein vollumfänglicher Energieaustausch soll ab 2022 möglich sein. Hier laufen derzeit die Gespräche mit den dafür zuständigen Regulatoren. Bis Ende Juli wird die TINETZ auch notwendige Sanierungsarbeiten am Leitungsnetz im Wipptal abgeschlossen haben. Inklusive der erweiterten Umspannwerke in Vill und Steinach wurden auf Tiroler Seite knapp 25 Mio. Euro investiert.

 

Hinweis: Eine Medieninformation des Landes Tirol

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