31.07.2026

Innstufe Imst-Haiming: Die ersten 1.000 Meter im konventionellen Vor-trieb sind erfolgreich geschafft

Planmäßig schreiten die Arbeiten an Tirols nächstem großen Wasserkraftwerk voran. Mit ei-nem Investitionsvolumen von 680 Millionen Euro setzt die TIWAG ein starkes Zeichen für Energiewende, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung. Nun wurde beim Vor-trieb des Triebwasserwegs ein weiterer Meilenstein erreicht.

Beim Ausbauvorhaben Innstufe Imst-Haiming wurde ein bedeutender Baufortschritt erzielt: Die ersten 1.000 Meter des insgesamt rund 14 Kilometer langen Triebwasserwegs sind geschafft. Dieser Tunnelabschnitt von Imsterberg aus entsteht im konventionellen Vortrieb, bei dem das Gestein mittels Sprengungen gelöst wird. Nach seiner Fertigstellung wird der Triebwasserweg das Wasser aus dem bestehenden Kraftwerk Prutz-Imst zur neuen Kraftwerksanlage in Haiming führen.

„Der erfolgreiche Vortrieb der ersten 1.000 Meter ist ein erfreulicher Zwischenschritt für das Gesamtprojekt und das Ergebnis der hervorragenden Arbeit aller Beteiligten auf der Baustelle“, freut sich TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle über den Fortschritt der Arbeiten. „Der Bau eines Triebwasserwegs dieser Dimension stellt hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Ausführung. Umso erfreulicher ist es, dass die gesamten Arbeiten planmäßig voranschreiten.“

Vortrieb von zwei Seiten

Der Vortrieb des Triebwasserwegs erfolgt sowohl von Imsterberg als auch von Haiming aus, wo die Tunnelbohrmaschine „HAIMO“ in Kürze ihren Betrieb aufnehmen wird. In den kommenden drei Jahren wird sie sich bis zur Innquerung etwas östlich des Bahnhofs Imst-Pitztal durch den Berg arbeiten und dabei den Druckstollen mit einem Durchmesser von 8,2 Metern auffahren.

Parallel dazu laufen die Arbeiten in weiteren Projektbereichen auf Hochtouren: In Haiming sind bereits mehrere für den Tunnelbau erforderliche Stollen – darunter Fenster-, Zufahrts-, Kabel- und Unterwasserstollen – hergestellt. Zudem haben die Arbeiten an der Kraftwerkskaverne begonnen. In Imsterberg schreiten die Arbeiten am künftigen Einlaufbauwerk und der zugehörigen Baugrube ebenfalls zügig voran.

Wasserkraft doppelt genutzt

Die Innstufe Imst-Haiming ist als sogenanntes „Ausleitungskraftwerk“ konzipiert. Sie nutzt jene Wassermengen ein zweites Mal zur Stromerzeugung, die bereits im bestehenden TIWAG-Kraftwerk Prutz-Imst abgearbeitet wurden. Das Triebwasser fließt dafür von Imsterberg nach Haiming, wo in einem unterirdischen Kavernenkraftwerk zwei hocheffiziente Francis-Turbinen die Energie des Wassers erneut in Strom umwandeln.

So wird die Innstufe Imst-Haiming jährlich rund 252 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom erzeugen und damit etwa 188.000 Tonnen CO₂-Emissionen einsparen. Anschließend fließt das mehrfach genutzte Wasser über ein neues Schwallausgleichsbecken bei Haiming schonend zurück in den Inn. Dadurch verbessert sich die bestehende Schwallsituation im Fluss nachhaltig.

TIWAG investiert 680 Millionen Euro

Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich fünf Jahre dauern. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks ist für 2030 geplant. Mit einem Investitionsvolumen von rund 680 Millionen Euro in die Umsetzung der Innstufe Imst-Haiming leistet TIWAG einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung in Tirol. Insgesamt will TIWAG bis 2030 rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Wasserkraft in Tirol investieren.

Mehr Informationen zum Projekt unter www.erneuerbareplus.at

Tunnelpatin Rosmarie Bartl freute sich mit Andreas Heel (TIWAG, r.) und Markus Morianz (Swietelsky Tunnelbau, l.) über den erreichten Fortschritt. (Foto: TIWAG)