19.08.2026

Innstufe Imst-Haiming: Tunnelbohrmaschine „HAIMO“ startet ihre Reise durch den Berg

Nach rund dreieinhalb Monaten Montage ist es so weit: Tunnelbohrmaschine „HAIMO“ hat offiziell ihren Vortrieb für den Triebwasserweg des Kraftwerksprojekts Innstufe Imst-Haiming aufgenommen. Bis zur Innquerung östlich des Bahnhofs Imst-Pitztal wird sich die imposante Maschine in den kommenden Jahren durch das Gebirge arbeiten.

Mit der feierlichen Andrehfeier der Tunnelbohrmaschine „HAIMO“ wurde heute ein wichtiger Fortschritt beim Ausbauprojekt Innstufe Imst-Haiming sichtbar. Anfang Mai wurden die ersten Bauteile auf der Baustelle in Haiming angeliefert, in den vergangenen rund dreieinhalb Monaten wurde die Maschine Schritt für Schritt zusammengesetzt und für ihren Einsatz vorbereitet. Nun startet die Tunnelbohrmaschine ihre Reise durch den Felsen.

„Mit dem offiziellen Andrehen von ‚HAIMO‘ erreichen wir eine entscheidende Etappe des gesamten Projekts. Die Tunnelbohrmaschine wird in den kommenden Jahren das Herzstück des Vortriebs bilden und schafft die Grundlage dafür, dass wir Tirols Energieversorgung nachhaltig stärken können“, betonte TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle im feierlichen Rahmen.

Mit einem Bohrkopfdurchmesser von 8,2 Metern, einer Gesamtlänge von mehr als 200 Metern und einem Gewicht von rund 2.000 Tonnen zählt die Maschine zu den größten Geräten, die derzeit auf Tirols Baustellen im Einsatz sind. In den kommenden Jahren wird sie den rund 10,5 Kilometer langen Tunnelabschnitt des insgesamt 14 Kilometer langen Triebwasserwegs von Haiming bis zur Innquerung etwas östlich des Bahnhofs Imst-Pitztal auffahren. Der verbleibende Abschnitt wird im konventionellen Vortrieb hergestellt.

Die Bedeutung von „HAIMO“ für das Gesamtprojekt wurde bereits bei ihrer offiziellen Namensgebung im Mai hervorgehoben: Der Name wurde von Schülerinnen und Schülern der Volksschule Haiming ausgesucht.

 

Sinnvolle Erweiterung mit Mehrfachnutzen

Die Innstufe Imst-Haiming ist als Ausleitungskraftwerk konzipiert und nutzt jene Wassermengen ein zweites Mal zur Stromerzeugung, die bereits im bestehenden Kraftwerk Prutz-Imst abgearbeitet wurden. Damit entsteht noch mehr erneuerbarer Strom ohne zusätzlichen Wassereinzug aus dem Inn. Nach der Energiegewinnung im neuen unterirdischen Kavernenkraftwerk in Haiming wird das Wasser über ein Schwallausgleichsbecken schonend in den Inn zurückgeführt. Dadurch verbessert sich gleichzeitig die bestehende Schwallsituation im Fluss nachhaltig.

Nach der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2030 wird die Innstufe Imst-Haiming jährlich rund 252 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom erzeugen. Das ermöglicht jährlich Einsparungen von rund 188.000 Tonnen CO₂.

„Die Innstufe Imst-Haiming steht beispielhaft für eine moderne Weiterentwicklung bestehender Wasserkraftnutzung. Wir gewinnen zusätzliche erneuerbare Energie, verbessern die Gewässerökologie und schaffen einen nachhaltigen Mehrwert für Tirol. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Energiezukunft unseres Landes“, so Projektleiter Martin Pfennig.


Starke Partnerschaften und regionale Wertschöpfung für Tirol

Mit einem Investitionsvolumen von 680 Millionen Euro zählt das Projekt zu den bedeutendsten Infrastruktur- und Energievorhaben Tirols und unterstützt die Ziele einer sicheren, nachhaltigen und regionalen Energieversorgung. Zahlreiche Unternehmen aus der Region werden in die Umsetzung eingebunden und langfristige Wertschöpfung sowie Beschäftigung gesichert. Das Projekt ist damit nicht nur ein wichtiger Baustein für die Energiewende, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts Tirol.

Die Umsetzung des Großprojekts erfolgt im Rahmen eines Allianzvertrags, der auf eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten setzt. Ebenso wichtig ist die konstruktive Zusammenarbeit mit den betroffenen Kraftwerksgemeinden und den Menschen in der Region, die das Projekt seit Baubeginn begleiten.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.erneuerbareplus.at


Bildunterschrift (Fotonachweis: TIWAG/Berger):

TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle gibt mit (v.li.) Wolfgang Pacher (Swietelsky), Harald Rinner und Jürgen Peer (Bodner-Bau) sowie Arthur Göbel (Implenia) den Startschuss für den Tunnelvortrieb.