08.09.2026

Neues TIWAG-Kraftwerk in Osttirol feierlich eröffnet

Drei Jahre nach Baubeginn konnte das Kraftwerk Tauernbach-Gruben jetzt offiziell in Betrieb genommen werden. Mit einer jährlichen Erzeugung von rund 85 Mio. kWh leistet das künftig zweitstärkte Kraftwerk im Bezirk nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit vor Ort, sondern ist auch ein wichtiger Schritt für die Energieautonomie Tirols.

„Die Unabhängigkeit war und ist die große Stärke Tirols. Dies möchten wir auch mit einer eigenständigen Energieversorgung erreichen und damit den Lebensraum und Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken und absichern. Dafür haben wir im Rahmen der Regierungsklausur in Osttirol wichtige Maßnahmen beschlossen, aber auch unser Landesenergieversorger TIWAG leistet mit einem Rekordinvestitionsprogramm von 2,5 Mrd. Euro bis 2030 einen zentralen Beitrag für weniger Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas. Unterm Strich profitieren wir in Tirol von den günstigen Energiepreisen“, erklärte Landeshauptmann Anton Mattle bei seiner Festansprache.

TIWAG investierte 180 Mio. Euro

Für das neue Kraftwerk in Osttirol hat TIWAG insgesamt rund 180 Mio. Euro investiert. „Kosten- und Zeitplan wurden eingehalten. Das ist bei einem Projekt in dieser Größenordnung nicht selbstverständlich“, betonte TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle. Zudem sind die Bauvorbereitungen inkl. Spatenstich inmitten der Corona-Pandemie gefallen. „Unsere Teams vor Ort inkl. Partnerfirmen haben jedoch sämtlich Herausforderungen mit Bravour gemeistert und damit gezeigt, dass die TIWAG große Infrastrukturprojekte erfolgreich umsetzen kann. 2027 folgt mit der Inbetriebnahme der erweiterten Anlage im Kühtai der nächste Meilenstein. Auch die Arbeiten beim Kraftwerk Imst-Haiming laufen planmäßig für die Fertigstellung in 2030. So viel und intensiv hat die TIWAG schon lange nicht mehr gebaut.“

Zuletzt wurde 1988 mit dem Kraftwerk Amlach (Jahreserzeugung: 219 Mio. kWh) das letzte, größere TIWAG-Projekt in Osttirol umgesetzt. Die neue Anlage am Tauernbach ist künftig das zweitstärkste Kraftwerk im Bezirk und kann mit einer jährlichen Erzeugung von rund 85 Mio. kWh den Strombedarf von rd. 20.000 Haushalte abdecken bzw. 60.000 Tonnen CO2 einsparen. Es wurde als Ausleitungskraftwerk konzipiert: Das Wasser wird von der Fassung bei den Schildalmen über einen 8,5 Kilometer langen, unterirdischen Triebwasserweg zum Krafthaus in Gruben geleitet. Seit Anfang Juli läuft die Nassinbetriebsetzung - mittlerweile konnten auch schon die ersten Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Noch im September startete der Probebetrieb. „Die Auswirkungen der Trockenheit waren an diesem Standort weniger zu spüren. Aus Erzeugungs- und Ertragssicht sind wir sehr zufrieden“, zieht der TIWAG-Vorstandsdirektor ein erstes Resümee.

Ökologisches Vorzeigeprojekt

Ein besonderer Fokus wurde im Zuge der Umsetzung auch auf die Naturverträglichkeit gelegt: Zahlreiche Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen wurden von den TIWAG-ExpertInnen vor Ort umgesetzt. Am Tauernbach konnte mit der Herstellung der Fischdurchgängigkeit bei der sogenannten Winterbrücke eine letzte, große Maßnahme abgeschlossen werden. Auch an der Schwarzach wurde durch Aufweitung in den Bereichen Görtschach und Dölach neue Lebensräume für Fische und Kleinstwassertiere geschaffen. Alexander Speckle: „Damit ist dieses neue Kraftwerk auch ökologisch ein Vorzeigeprojekt.“

Bildunterschrift (Fotonachweis: TIWAG/Steiner): TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle drückt mit TIWAG-Aufsichtsrätin Michaela Hysek-Unterweger und Landeshauptmann Anton Mattle den Startknopf für die Inbetriebnahme des neuen Wasserkraftwerks Tauernbach-Gruben.