05.03.2026

TIWAG investiert heuer mehr als eine halbe Milliarde Euro, neue Wasser-Kraftwerke sind Turbo für Tiroler Wirtschaft

Das Speicherkraftwerk Kühtai, das Kraftwerk Tauernbach-Gruben und das Kraftwerk Imst-Haiming leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag für die künftige Stromversorgung, sondern beleben die regionale Wirtschaft, schaffen Arbeitsplätze vor Ort und stärken die Standortgemeinden. Auch der Pumpspeicher Versetz, für den aktuell die UVP läuft, wird die Tiroler Wirtschaft weiter beleben: Durch diese Investition wird fast eine Milliarde Euro Bruttowertschöpfung in Tirol erzielt.

Die TIWAG ist der Tiroler Motor der Energiewende und gleichzeitig ein starker und verlässlicher Partner der heimischen Wirtschaft. „Gerade in wirtschaftlich sehr herausfordernden Zeiten sind unsere Investitionen ein Wachstumsschub für die Unternehmen und den Arbeitsmarkt“, erläutert TIWAG-Vorstand Alexander Speckle. Um den Ausstieg aus klimaschädlichen fossilen Energieträgern zu schaffen, muss die Stromproduktion bis 2040 verdoppelt werden. Die TIWAG stellt dafür bis 2030 mehr als 2,4 Milliarden Euro bereit: von neuen, alpinen Großspeichern über Photovoltaik bis zu den Netzen. „Allein im laufenden Jahr 2026 beträgt das Investitionsvolumen der TIWAG 585 Millionen Euro.“

Starke regionale Effekte vom Oberland bis nach Osttirol
Ein besonders wirkungsvoller Faktor sind die Ausbauprojekte im Kühtai, in Osttirol (Tauernbach-Gruben) und Imst-Haiming. „Diese Projekte sind nicht nur zentrale Bausteine der Energiezukunft, sondern auch ein starkes wirtschaftliches Signal. Dass rund 27 Prozent der gesamten Investitionssumme in Höhe von 1,6 Milliarden Euro während der Bauphase – fast 430 Millionen Euro – direkt an Tiroler Betriebe fließen, zeigt, wie konsequent wir auf regionale Wertschöpfung setzen und damit Arbeitsplätze, Unternehmen und Zukunftsperspektiven im Land stärken“, sagt Speckle.

Die Projekte im Detail
Das Speicherkraftwerk Kühtai, dessen Errichtung heuer abgeschlossen wird, zählt zu den größten Infrastrukturprojekten in Tirol. Die Investition beträgt 1,13 Milliarden Euro. Während der rund fünfeinhalbjährigen Bauphase flossen 969 Millionen Euro. 97 Prozent davon – 941 Millionen Euro – gingen an Unternehmen in Österreich, 25 Prozent bzw. 243 Millionen Euro an Betriebe in Tirol. Auf der Baustelle waren im Schnitt 450 Personen tätig. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den umweltrelevanten Ausgleichsmaßnahmen: Rund 80 Millionen Euro wurden dafür aufgewendet. „Für uns ist entscheidend, Energieinfrastruktur verantwortungsvoll und naturverträglich umzusetzen“, so Speckle.

Für das Kraftwerk Tauernbach-Gruben, das ebenfalls 2026 in Betrieb gehen wird, nahm die TIWAG 184 Millionen Euro in die Hand. In der Errichtungszeit wurden 143 Millionen Euro vergeben, mit 76 Millionen Euro mehr als die Hälfte davon an Betriebe in Tirol; 94 Prozent der Aufträge übernahmen österreichische Firmen. Durchschnittlich waren rund 50 Beschäftigte im Einsatz.

Beim neuen Kraftwerk Imst Haiming begann im September 2025 die Hauptbauphase. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2030 vorgesehen. Die gesamten Projektkosten liegen bei 680 Millionen Euro, davon entfallen 510 Millionen Euro auf die Bauarbeiten. 109 Millionen Euro (21 Prozent) kommen der Wirtschaft in Tirol zugute, 487 Millionen Euro (95 Prozent) verbleiben in Österreich. Während der Umsetzung werden im Schnitt 200 Personen beschäftigt sein.

Kommunalsteuer stärkt Gemeindefinanzen
Neben Aufträgen und Beschäftigung wirken sich die Vorhaben auch unmittelbar auf die Gemeindefinanzen aus. So beliefen sich die Kommunalsteuereinnahmen beim Speicherkraftwerk Kühtai auf rund fünf Millionen Euro. Beim vierjährigen Bau des Kraftwerks Tauernbach-Gruben waren es 400.000 Euro. Für das Kraftwerk Imst-Haiming werden während der fünfjährigen Umsetzung rund 2,5 Millionen Euro an Kommunalsteuern an die Standortgemeinden ausbezahlt.

Pumpspeicher Versetz: Fast eine Milliarde Euro regionale Bruttowertschöpfung
Neben den laufenden Projekten arbeitet die TIWAG aktuell an einem weiteren zentralen Baustein der Energiewende. Der Pumpspeicher Versetz – derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung – schafft nicht nur dringend notwendige Speicherkapazitäten für überschüssigen Sonnen- und Windstrom, sondern wird auch die Wirtschaft im Land beleben. „Das Investitionsvolumen für den Pumpspeicher Versetz beläuft sich auf rund 1,6 Milliarden Euro. Durch die Investitionen kommt es zu fast einer Milliarde Euro an Bruttowertschöpfung in Tirol. Das ist ein sehr substanzielles Volumen. Bei den Bauleistungen entfallen vier Fünftel der Wertschöpfung auf Tirol“, erörtert Prof. Christian Helmenstein, Vorstand des Economica Instituts und Chefökonom der Industriellenvereinigung. Economica hat die regionalwirtschaftlichen Effekte des Vorhabens untersucht.

Dazu werden beträchtliche Impulse für den Arbeitsmarkt ausgelöst. „Rund 2.800 Menschen werden über sieben Jahre hinweg intensiv an der Energiezukunft arbeiten, einige hundert davon auf den Baustellen selbst. Unter dem Strich schafft das Projekt während der Bauzeit 20.000 Jahresarbeitsplätze. Mit der Inbetriebnahme entstehen mehr als 60 dauerhafte Arbeitsplätze.“

Ein weiteres Ergebnis: Jährlich werden mehr als sieben Millionen Euro an regionaler Wertschöpfung erzielt, unabhängig vom Stromverkauf. „Der Pumpspeicher Versetz bleibt somit ein stabiler ökonomischer Faktor weit über die Bauzeit hinaus“, analysiert Helmenstein.

Zentral ist der Beitrag zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Helmenstein: „Wir geben in Österreich jährlich zwischen zwei und fünf Prozent, je nach den Preisen auf den internationalen Märkten, unserer gesamten Wirtschaftsleistung für den Import fossiler Energie aus.“ Allein Tirol bezahlt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr für fossile Brennstoffe. „Mit dem Pumpspeicher Versetz wird diese Abhängigkeit für Tirol um zehn Prozent verringert, was ein herausragender Schritt in die Klimaneutralität ist“, ergänzt TIWAG-Vorstand Speckle.

Im Bild: TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle mit Studienautor Prof. Christian Helmenstein (li.).