Trotz dieser außergewöhnlichen Wassermengen blieben die Abflüsse im vorderen Kaunertal gering. Grund dafür war die Puffer- und Rückhaltefunktion des TIWAG-Speichers Gepatsch, der die hohen Zuflüsse aufnehmen und die Hochwasserwelle wirksam dämpfen konnte.
„Ohne diesen Rückhalt wären kurzfristig Abflüsse von rund 100 m³/s im Tal möglich gewesen“, betont TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle. „Dieses Ereignis verdeutlicht eindrucksvoll, dass Wasserkraftspeicher nicht nur erneuerbare Energie erzeugen, sondern auch einen essenziellen Beitrag zum Schutz von Menschen, Infrastruktur und Siedlungsräumen leisten.“
Schutzwirkung durch resiliente Infrastruktur
Das Unwetter im Kaunertal unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Wasserkraftspeichern als Teil einer widerstandsfähigen Infrastruktur in alpinen Regionen, in denen Starkregen- und Extremwetterereignisse immer häufiger auftreten. Die Bedeutung dieser Schutzwirkung wird durch die Auswirkungen derselben Gewitterzelle in den Nachbartälern deutlich: Im Pitztal und Ötztal kam es zu erheblichen Murenabgängen und Schäden.