Am 06. April 2022 hat die Tunnelbohrmaschine ihre unterirdische Mission im Kühtai gestartet. Mit dem Durchschlag im Stubaital konnte jetzt die letzte Etappe erfolgreich beendet werden. Insgesamt musste dazu eine Strecke von 25,6 Kilometer Länge für die Beileitung zum neuen Speicher im Kühtai ausgebrochen werden. „Damit ist dieser Stollen einer der längsten einseitig aufgefahrenen weltweit“, freut sich TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle über diese Rekordleistung.
Längster Vortrieb Tirols mit einer Tunnelbohrmaschine
Die Höchstleistung lag bei 63 Metern pro Tag, im besten Monat wurden über 1,0 Kilometer zurückgelegt. Mit dem Durchstich in der Wilden Grube bei der Wasserfassung Daunkogelfernerbach endete jetzt eine lange Reise. „Die Maschine wird in den nächsten Wochen von einem eigenen Spezialistenteam auseinandergebaut und abtransportiert“, informiert Projektleiter Klaus Feistmantl.
Die Gesamtlänge der – übrigens vollkommen elektrisch betriebenen – Maschine beläuft sich auf 334 Meter bei einem Gesamtgewicht von über 800 Tonnen. Insgesamt 18.818 Sohltübbinge – das sind Betonfertigteile zur Herstellung einer ebenen Fahrbahn im Tunnel – wurden vor Ort im Kühtai produziert und eingesetzt. „In dieser Form war der Vortrieb sicher einzigartig und TIWAG hat hier einmal mehr neue Maßstäbe in der Bauausführung gesetzt“, betont Vorstandsdirektor Speckle: „Ein besonderer Dank gilt den ausführenden Firmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“
Damm-Krönung im Juli
Unterdessen laufen die Arbeiten im Kühtai planmäßig weiter: Der 113 Meter hohe Damm steht kurz vor der Fertigstellung. Dafür wurden 6,9 Mio. m³ Material im Stauraum, Voraushub und Untertage abgebaut und im Damm wieder eingebaut. Mit einer ca. 500 m breiten Aufstandsfläche und einem Volumen von 6,9 Mio. m³ bildet er eine massive und sichere Talsperre des neuen Speichers Kühtai. Im Juli ist die feierliche „Krönung“ auf der Dammkrone mit Landeshauptmann und TIWAG-Eigentümervertreter Anton Mattle geplant.
Über den Sommer kann dann der Speichersee langsam aufgefüllt werden. Dafür sorgt neben dem natürlichen Zufluss die neue Beileitung, die das Wasser über ein leichtes Gefälle ins Kühtai führt. „Generell wird nur eine ökologisch vertretbare Menge Wasser entnommen. Im Winter wird überhaupt kein Wasser eingezogen“, erklärt dazu der TIWAG-Projektleiter.
Die offizielle Eröffnung des neuen Großkraftwerks ist für 2027 geplant. Am 05. September 2026 gibt es noch einmal einen letzten Tag der offenen Baustelle, laufende Updates und Einblicke jederzeit mit der App „TIWAG erneuerbare+“ und unter www.erneuerbareplus.at
Im Bild: Mineure und Tunnelpatinnen feiern den Durchschlag des Beileitungsstollens nach vier Jahren Bauzeit. (Foto: TIWAG)