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Gemeinschaftskraftwerk Inn

Mit dem Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) entstand am Oberen Inn im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet das größte, seit vielen Jahren im Alpenraum neu gebaute Laufwasserkraftwerk. Das in Österreich und der Schweiz umfassend geprüfte Kraftwerk erzeugt jährlich über 400 Gigawattstunden (GWh) Strom aus heimischer Wasserkraft. Damit wurde das zwischen der Schweizer Gemeinde Valsot und der österreichischen Gemeinde Prutz entstandene Kraftwerk zu einem Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung der Ziele der europäischen und regionalen Energiestrategien.

Im Wesentlichen besteht das Gemeinschaftskraftwerk Inn aus drei Elementen: Stauraum und Wehranlage, Triebwasserstollen sowie Krafthaus. Im Grenzgebiet zwischen Martina und Nauders befindet sich die Wehranlage mit einem 15 m hohen Wehr zur Wasserfassung. Vom gestauten Wasser werden bis zu 75 m³/s in den 23,2 km langen Triebwasserstollen geleitet. Dieser mündet in den Druckschacht, der zu den Turbinen im Krafthaus in Prutz/Ried führt. Dort erzeugen zwei leistungsstarke Maschinensätze, bestehend aus je einer Francis-Turbine und einem Generator, umweltfreundlichen Strom. Das abgearbeitete Wasser fließt anschließend durch einen unterirdischen Kanal wieder zurück in den Inn.

Die in der Vergangenheit sehr starken Abflussschwankungen am Inn beeinträchtigten eine positive Entwicklung der Gewässerstrecke zwischen Martina und Prutz. Mit Hilfe des neuen Stauraums und des Wehrbauwerkes fängt das Kraftwerk GKI diesen Schwall weitgehend auf und sorgt für eine gleichmäßigere Wasserabgabe.

Am Wehr wird in der Winter- und Übergangszeit eine konstante, ökologisch angepasste Dotierwassermenge abgegeben. In der Sommerperiode sieht das dynamische Restwassermodell eine Anpassung der Restwassermenge an die natürlichen Zuflüsse im Inn vor. Auch dieses Wasser wird energiewirtschaftlich sinnvoll genutzt: Durch eine eigene Dotierturbine am Wehr werden jährlich rund 8 GWh Strom erzeugt.

Damit die Fische die Wehranlage flussauf und flussabwärts überwinden können, wurde in Zusammenarbeit mit Experten eine Fischauf- und abstiegshilfe entlang der orografisch rechten Uferseite in die Wehranlage integriert.

 Das Gemeinschaftskraftwerk Inn ist ein Gemeinschaftsprojekt von:

Energiewirtschaftliche Kennzahlen: 
EinzugsgebietInn: 1960 km²
GewässerInn
Ausbauwassermenge75 m³/s
Nutzvolumen Stauraum500.000 m³
Fallhöhe 160,7 m
Engpassleistung89 MW
Regelarbeitsvermögen414 GWh