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Kraftwerk Kirchbichl

Das Innkraftwerk Kirchbichl erzeugt bereits seit 1941 Grundlaststrom für Tirol. Es nutzt das große Wasserdargebot des Inn bei einem verhältnismäßig geringen Gefälle. Im Kraftwerk sind Kaplanturbinen installiert. Diese Turbinenart ist am besten zur Abarbeitung großer Wassermengen bei niederem Gefälle geeignet. Durch Doppelregulierung, das ist die Verstellung sowohl der rotierenden Laufradschaufeln als auch der im Turbinengehäuse stehenden Leitschaufeln, können die Turbinen mit optimalem Wirkungsgrad an starke Durchflussschwankungen angepasst werden.
Von 2017 bis 2020 wurden im Zuge einer Sanierungsoffensive ein Dotierkraftwerk und ein vierter Maschinensatz zur Effizienzsteigerung der Anlage errichtet. Ein wesentlicher Aspekt dieses Erweiterungsprojektes war die Verbesserung des Hochwasserschutzes und die Herstellung der Fischpassierbarkeit durch entsprechende Maßnahmen im Rahmen einer umfassenden ökologischen Sanierung. Mit der Erweiterung werden rund 34 Gigawattstunden pro Jahr mehr an erneuerbarer Energie erzeugt. Insgesamt produziert das erweiterte Kraftwerk Kirchbichl jährlich 164 Gigawattstunden saubere, CO2-freie Energie für das Tiroler Stromnetz.

Energiewirtschaftliche Kennzahlen Kraftwerk Kirchbichl

 Einzugsgebiet9310 km²
Fallhöhe 
9,0 m
Engpassleistung inkl. Dotierkraftwerk37,9 MW
Regelarbeitsvermögen inkl. Dotierkraftwerk163,9 GWh

Das Mahnmal in Kirchbichl

Im Jahr 2024 wurde zur Erinnerung und zum Dank an die ausländischen Zivil- und Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangenen ein Mahnmal errichtet. Dieses stammt von den Tiroler Künstlern Martin und Michael Wilberger und steht symbolisch für die zwei polnischen Zwangsarbeiter und die beiden einheimischen Frauen, die wegen des Vorwurfs des intimen Umgangs miteinander hingerichtet beziehungsweise ins Konzentrationslager geschickt wurden. Umringt ist das Paar von acht Kriegsgefangenen, die mit stoischem Blick in Richtung Kraftwerk schauen.

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