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Ausbau Kaunertal

Das Projekt Ausbau Kraftwerk Kaunertal (AK) ist eine Erweiterung des bestehenden Kraftwerks Kaunertal durch Zubau einer Oberstufe am Gepatsch, einer zweiten Unterstufe in Prutz und dem Zubau zum KW Imst.

Wesentliche Anlagenteile:

  • Neuer Speicher im Platzertal
  • Oberstufenkraftwerk Versetz
  • Unterstufenkraftwerk Prutz 2
  • Kraftwerk Imst 2
  • Triebwasserweg (zw. neuem Speicher Platzertal und best. Speicher Gepatsch)
  • Neuer Triebwasserweg (zw. Speicher Gepatsch und Wasserschloss Burgschrofen)
  • Neuer Triebwasserweg (zwischen best. Tagesspeicher Runserau und Kraftwerk Imst 2)
  • Überleitungsstollen aus dem hinteren Ötztal
  • Wasserfassungen (hinteres Ötztal)
    Die Einsatzmöglichkeit der Kraftwerksgruppe wird durch den Zubau wesentlich erhöht und der Gesamtwirkungsgrad verbessert
  • Einbau einer 3. Turbine im Krafthaus der Innstufe Imst-Haiming
Technische und energiewirtschaftliche Kennzahlen: 
Einzugsgebietkm²
Natürliches Einzugsgebiet Platzertal8,2
Einzugsgebiet aus Beileitungen272
Einzugsgebietkm²
Überleitung als Freispiegelstollen 
Länge22,7 km
Durchmesser4,9 bzw. 6,0 m
Speicher (Nutzinhalt)Mio m³
Speicher Platzertal (neu)ca. 42
Speicher Gepatsch (Bestand)ca. 140
AusbauleistungenMW
Oberstufe Versetz400
Unterstufe KW Prutz 2500
Unterstufe KW Prutz (Bestand)370
Kraftwerk Imst 297
Kraftwerk Haiming18,5
Bruttofallhöhem
Oberstufe647
Unterstufe863
Zusätzliche mittlere Jahresarbeit der Kraftwerksgruppe aus natürlichen Zuflüssen (1)
(1) Durch natürlichem Zufluss in den Speicher Gepatsch und den Speicher Platzertal bei Abarbeitung bis Haiming.
787 GWh

ProjektVorstellung

Projektgebiet

Projektstand

Projektkontakt

Das Projekt Ausbau Kraftwerk Kaunertal sieht den Ausbau des derzeitigen Kraftwerks im Kaunertal vor.

Das Projekt wurde bei der zuständigen UVP-Behörde (Tiroler Landesregierung; UVP) eingereicht.

Bisherige Projektentwicklung:

  • 2006 - 2008: Optimierung des Projektes (Triebwasserweg, Freileitung)
  • 2009 - 2010: Erkundung der Speicherstandorte Taschach und Fernergrieß
  • Frühjahr 2010: Befundung der Standortvarianten Taschach und Fernergrieß als geologisch und bautechnisch schwer realisierbar
  • 15.05.2010: Vertiefte Untersuchung der Speichervariante Platzertal
  • Februar 2011: Festlegung der Variante Platzertal als Oberstufenspeicher
  • Nach der Fertigstellung werden ca. 787 Mio. Kilowattstunden kWh/Jahr aus natürlichem Zufluss zusätzlich erzeugt und damit im Vergleich zu kalorischer Erzeugung rund 300.000 Tonnen CO2  jährlich subsituiert.

Großen Wert legt die TIWAG auf Zusatznutzen für die Projektregion durch Infrastruktur- und Ausgleichsmaßnahmen sowie regionale Zukunftspakete. Insbesondere für das Ötztal kann ein wirksamer Hochwasserschutz ohne zusätzliche Verfahren, Schutzbauten und öffentliche Gelder hergestellt werden.

Zusätzlich erhält das Ötztal auch eine zweite sichere Stromverbindung, durch die Verlegung eines Hochspannungskabels im Überleitungsstollen vom Kaunertal bis zum Umspannwerk in Sölden.

Das Projektgebiet erstreckt sich über die Gebiete folgender Gemeinden

  • Sölden
    In der Gemeinde Sölden sind Wasserfassungen in den Gebieten Obergurgl und Vent vorgesehen.
  • St. Leonhard im Pitztal
    Durch das Gemeindegebiet von St. Leonhard im Pitztal verläuft unterirdisch der Überleitungsstollen aus dem Ötztal.
  • Kaunertal
    Das neue Pumpspeicherkraftwerk Versetz soll am Fuße des Speicherdamms Gepatsch entstehen.
  • Pfunds
    Der Standort des Oberstufenspeichers befindet sich in der Gemeinde Pfunds.
    Der Standort Platzertal im Gemeindegebiet von Pfunds liegt westlich des Gepatsch-Speichers auf ca 2.300 Meter Seehöhe. Geplant sind ein Speichersee mit einem Nutzinhalt von 42 Mio. m³ und ein Steinschüttdamm mit ca. 120 Metern Höhe sowie einem Schüttvolumen von ca. 8,2 Mio. m³. Der projektierte Speichersee wird zum größten Teil durch Pumpen aus dem Speicher Gepatsch gefüllt. Das gespeicherte Wasser wird im neuen Kraftwerk Versetz beim Staudamm Gepatsch abgearbeitet.
  • Tösens
    Auf dem Gemeindegebiet von Tösens soll einerseits der neu geplante Erschließungstunnel ins Platzertal (durchfährt das hintere Bergletal) entstehen und andererseits wird das Einzugsgebiet des Tösener Baches verringert.
  • Prutz
    Am südlichen Ortsende sind die Errichtung des neuen Kraftwerkes Prutz 2, sowie der Umbau der Freiluftschaltanlage geplant.
    Das Kraftwerk Prutz 2 wird neben dem bestehenden Kraftwerk Prutz errichtet (rote Markierung). Die vorhandene Freiluftschaltanlage neben dem Kraftwerk Prutz wird durch eine viel kleinere, moderne und gekapselte Innenraumschaltanlage ersetzt.
  • Fendels
    Durch das Gemeindegebiet von Fendels verläuft ein Teil des unterirdischen Triebwasserweges der Unterstufe.
  • Faggen
    Der geplante Umbau der Wehranlage Runserau betrifft die Gemeinde Faggen.
  • Fließ
    Die Wehranlage Runserau und der bestehende Entsander werden für einen zweiten Triebwasserweg umgebaut.
  • Imsterberg
    Vom Wehr Runserau führt ein neuer Triebwasserweg zum Kavernenkraftwerk Imst 2. Dieses befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Imsterberg. Im Bereich des Unterwasserkanals wird auch ein Schwallausgleichsbecken errichtet.
  • Haiming
    Im Gemeindegebiet von Haiming wird im Krafthaus Haiming der Innstufe Imst Haiming eine dritte Turbine eingebaut.

Im Projekt Ausbau Kraftwerk Kaunertal wurden für die Erstellung der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE/UVP) umfangreiche geologische und ökologische Erkundungen im gesamten Projektgebiet durchgeführt.

Dazu zählen vielfältige naturkundliche Erhebungen und komplexe geologische Untersuchungen, wie auch der Bau des Sondierstollens Klasgarten oberhalb des Speichers Gepatsch. Der Sondierstollen Klasgarten gibt mit einer Länge von 732 m und einem Ausbruchquerschnitt von 12 m² einen Einblick in die Geologie. Die Bau- und Erkundungsmaßnahmen des Sondierstollens Klasgarten konnten mit Jahresende 2011 abgeschlossen werden.

Die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG hat das Projekt Ausbau Kraftwerk Kaunertal mit der Umweltverträglichkeitserklärung bei der Tiroler Landesregierung eingereicht und den Antrag auf Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung gestellt.

Nach eingehender Prüfung der Einreichunterlagen hat die Behörde den sogenannten Verbesserungsauftrag übermittelt. Am 29. Juni 2015 hat die TIWAG der Behörde das entsprechend dem Verbesserungsauftrag überarbeitete Einreichoperat mit Projektergänzungen vorgelegt.

Das Projekt wurde im Sommer 2017 aufgrund der Wassernutzung durch das geplante Kraftwerk Gurgler Ache dahingehend eingeschränkt, dass dieses uneineingeschränkt betrieben werden könnte. Die angepassten Projektunterlagen wurden der Behörde zur weiteren Prüfung am 07.12.2017 vorgelegt.

Von der Behörde wurde ein neuer Verbesserungsauftrag übermittelt. Im Jahr 2021 und 2022 finden dazu ergänzende Erkundungsmaßnahmen im Ötztal statt, welche für die Ausarbeitung der Revision 3 dienen.

Der Ausbau der Wasserkraft in Tirol muss im Einklang mit den Menschen in der Region erfolgen. Als wesentliche Betroffene sollen die Menschen in der Projektregion auch davon profitieren. Die Argumente und Bedenken der Menschen in der Projektregion sind mir wichtig. Es ist mir ein großes Anliegen, allen Betroffenen das Projekt zu erläutern, damit Sie aus erster Hand alle erforderlichen Informationen erhalten und sich selbst eine Meinung bilden können. Damit entsteht eine Basis für konstruktive Gespräche und Diskussionen. Die Ergebnisse fließen dann direkt in die Projektentwicklung und die Planung ein.
Dipl.-Ing. Wolfgang Stroppa

T +43 (0)50607 21152 | info-ausbau.kw.kaunertal@tiwag.at

Projektleiter

Wolfgang Stroppa ist seit 2002 bei der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG als Projektingenieur tätig. Davor hat er 14 Jahre bei einem großen Ingenieurbüro in Tirol gearbeitet. Er hat mehr als 30 Jahre als planender und beratender Ingenieur im In- und Ausland viele Projekte im Infrastrukturbereich bearbeitet und ausgeführt.
Seit Mitte 2008 ist er als Projektleiter für den Ausbau des Kraftwerkes Kaunertal tätig.​